Den Überblick behalten

Die Menschen werden immer älter und haben immer mehr chronische Erkrankungen. Damit steigt auch die Anzahl der verordneten Medikamente. Viele davon sind wirklich notwendig. Aber es kommt immer wieder vor, dass zu viele Arzneien verordnet und genommen werden.

Multimedikation hat viele Ursachen. Medikamente, die nicht mehr benötigt werden, werden nicht abgesetzt. Oder Nebenwirkungen werden wiederum mit Tabletten behandelt. Leichtere Beschwerden, die sich von alleine wieder geben, werden aufgrund falscher Erwartungen mit Medikamenten behandelt. Wenn mehrere Ärzte an der Behandlung beteiligt sind, kann es zu Informationsverlusten kommen – und damit auch zum Einsatz ungeeigneter Arzneimittel. Oder der Hausarzt wird nicht über Präparate informiert, die rezeptfrei in der Apotheke gekauft wurden.
Die entstehenden Probleme sind vielfältig: Je mehr Tabletten genommen werden, umso häufiger kommt es zu Einnahmefehlern, Nebenwirkungen und gefährlichen Wechselwirkungen.

Ein fester Ansprechpartner hilft den Überblick zu behalten

Suchen Sie sich einen Hausarzt, dem Sie vertrauen und der ab sofort für alle Medikamente verantwortlich ist. Mit ihm besprechen Sie jedes weitere Vorgehen. Aber ohne Rücksprache mit ihm ändern Sie nichts an Ihrem Medikationsplan.
Für das Gespräch mit Ihrem Arzt notieren Sie sich alle Medikamente, die Sie einnehmen, auch solche, die Sie ohne Rezept in der Apotheke oder Drogerie einkaufen. Auch vermeintlich harmlose Vitamine können gefährliche Wechselwirkungen mit Medikamenten eingehen. Auch Augentropfen, Hautsalben oder Sprays gehören auf diesen Plan. Gehen Sie in regelmäßigen Abständen diese Liste mit Ihrem Hausarzt durch. Brauchen Sie denn wirklich alles, was auf Ihrer Liste steht?
Sie sollten sich auch mit Ihrem Hausarzt beraten, ob Medikamente immer die beste Wahl sind: Viele Beschwerden lassen sich durch andere Maßnahmen besser lindern. Angemessene Bewegung oder eine an Ihre Gesundheit angepasste Ernährung – oft helfen schon kleine Veränderungen. Fragen Sie aktiv nach!

Eine gute Zusammenfassung haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer  veröffentlicht, wie Sie als Patient mit dem Thema Multimedikation umgehen können. Hier finden Sie wertvolle Informationen. Vielleicht drucken Sie sich dieses Dokument aus und nehmen es zu Ihrem nächsten Arztbesuch mit.