Arzt und Patient im Dialog

Das Ärztenetz Unterhaching e.V. und die Volkshochschule Unterhaching veranstalten regelmäßig Informationsabende, an denen die niedergelassenen Unterhachinger Ärzte zu verschiedenen medizinischen Themen sprechen. Dabei soll ein offener Dialog zwischen den Ärzten vor Ort und Patienten, Angehörigen und Interessierten über verschiedene medizinische Fragen entstehen.

Dr. med. Tobias Lerner, Allgemeinarzt aus Unterhaching, wird Ihnen am Donnerstag, den 23. Juni 2016 Rede und Antwort stehen. Dabei geht es um ärztliche Präventionsmaßnahmen. Erläutert werden unter anderem folgende Fragen: Was versteht man unter medizinischer Prävention? Welche Vorsorgeuntersuchungen kommen für welche Persongruppen in Frage? Ab welchem Alter sollte man ärztliche Vorsorge in Anspruch nehmen? Wie laufen die Untersuchungen ab? Und was kann man selber tun, um lange gesund zu bleiben?

Der Vortrag findet am 23. Juni 2016 um 19:30 Uhr in der VHS Unterhaching, Hofmarkweg 7, VHS-Raum 3 statt. Die Veranstaltung ist wie immer kostenlos, aber es wird um Voranmeldung gebeten.

Arzt-Patient-Dialog fördern

Zu Beginn einer Informationsreihe vom Ärztenetz Unterhaching und der vhs Unterhaching referierte der Orthopäde Dr. Siegfried Götte über das Arzt-Patient-Verhältnis am Beispiel der Osteoporose.

Die Bedeutung des medizinischen Informationsaustauschs zwischen Arzt und Patient hat Dr. Siegfried Götte, zweiter Vorsitzender des Unterhachinger Ärztenetzes, am 23. März in den vhs-Räumen im Hofmarkweg erläutert. Zum Auftakt einer Informationsveranstaltungsreihe des Ärztenetzes Unterhaching und der vhs, die zweimal pro Halbjahr stattfindet, ging der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie auf chronische Erkrankungen und Osteoporose ein.

Die Osteoporose wird zu selten diagnostiziert

Chronische Erkrankungen wie die Osteoporose nehmen im Alter zu. Oft leiden Patienten zudem an mehreren Erkrankungen. Dies ist eine große Bürde für den Betroffenen, aber auch für das Gesundheitssystem. Denn chronische Erkrankungen verursachen 80 Prozent der Kosten und nehmen aufgrund der älter werdenden Gesellschaft zu. „Wenn keine Abstriche in der Versorgung erfolgen sollen, gilt es, die bisher sehr gute Versorgung in Deutschland, insbesondere vor Ort, weiter zu  verbessern, die medizinischen Kapazitäten und Kompetenzen zu nutzen und zu stärken“, sagte Dr. Götte.

Ein markantes Beispiel für eine falsche und unzureichende Versorgung ist die Osteoporose. Von den fast 8 Millionen Betroffenen wird nur die Hälfte diagnostiziert. Davon werden wiederum nur 10% korrekt behandelt. Bei vielen Patienten wird eine Behandlung begonnen, aber diese ist nicht ausreichend oder wird vorzeitig beendet.

Der langsame Verlust an Knochenmasse führt in Deutschland zu über 330.000 Knochenbrüchen im Jahr. Für das Gesundheitssytem entstehen dadurch Kosten von 9,1 Milliarden Euro.
Auch für Patienten sind die Folgen schwerwiegend. Ein besonders schwerer Schicksalsschlag sind Hüftfrakturen, wie die Daten  zeigen: 20 Prozent der Patienten sterben im ersten Jahr nach der Fraktur, bei 30 Prozent bleibt eine Invalidität, 40 Prozent sind allein ohne Hilfe gehfähig und 80 Prozent können mindestens eine Alltagsaktivität nicht selbst durchzuführen.

Osteoporose ist gut behandelbar

Dabei sind in den letzten 20 Jahren hochwirksame Medikamente entwickelt worden, die diese Entwicklung sicher aufhalten können. Aber sie werden einfach zu selten eingesetzt. Es bedarf eines schärferen Bewusstseins für diese Erkrankung: Risikofaktoren müssen vom Hausarzt konsequent erfasst werden, bei Risikopatienten muss eine Knochendichtemessung (DXA-Osteodensitometrie) die Diagnose sichern. Kontinuierliche Verlaufskontrollen, Aufklärung und Beratung zu knochen-freundlicher Ernährung, Anleitung zu Muskelaufbau und Bewegung sind wichtige Grundpfeiler der Therapie. Die Umsetzung gelingt nur, wenn alle Beteiligten – Patienten, Ärzte, Physiotherapeuten – intensiv zusammenarbeiten.

 

Augenmigräne

Viele Menschen kennen das – es flimmert und flackert vor den Augen. Das Sehen erscheint wie durch ein Kaleidoskop oder wie durch eine Wasserblase. Manche Betroffene beschreiben das Sehen „wie verpixelt“. Da, wo man hinschauen möchte, erkennt man die Dinge nur unscharf. Es kommt unvermittelt und plötzlich. Nach etwa einer halben Stunde ist der Spuk vorbei.
Für dieses Phänomen gibt es viele Namen – Augenmigräne, visuelle Aura, Flimmerskotome.
Es handelt sich um ein harmloses Geschehen. Tatsächlich haben die merkwürdig farbigen, verschwommenen und manchmal gezackten visuellen Eindrücke viele Maler wie van Gogh inspiriert. Oliver Sacks, ein amerikaner Neurologe, vermutete, dass diese Sehstörungen der Ursprung für viele gemalte, gezeichnete oder gewebte Muster waren – denn wo in der Natur kommen sonst solche Muster vor?
Ursächlich für diese Art der Sehstörungen sind biochemische und elektrische Veränderungen in dem Bereich der Großhirnrinde, der für unser Sehen zuständig ist. Diese Veränderungen sind reversibel, das bedeutet, dass sie sich innerhalb kurzer Zeit (20-60 Minuten) zurückbilden. Manchmal kommen Kopfschmerzen dazu, Übelkeit, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit – Symptome, die an eine klassische Migräne denken lassen.
In der akuten Situation können sie gegen die Sehstörungen nichts tun – machen Sie eine Pause, warten Sie ab. Gegen die Kopfschmerzen helfen Schmerzmittel.

Wenn diese Beschwerden nach dem 40. Lebensjahr erstmalig auftreten, sollte ein Augenarzt und/oder Neurologe andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen, ausschließen. Dazu gehört ein Sehtest, eine Gesichtsfelduntersuchung und die Untersuchung der Netzhaut bei erweiterter Pupille.

Bluthochdruck

Am 7. Mai 2015 fand die zweite Veranstaltung im Rahmen der Kooperation zwischen dem Ärztenetz und der Volkshochschule Unterhaching statt. 21 Teilnehmer wohnten dem Vortrag des ortsansässigen Kardiologen Dr. Michael Heinz zu dem Thema „Bluthochdruck – Was kann man tun? Was muss man tun?“ bei.

Neben Grundlagen zum aktuellen Verständnis des hohen Blutdrucks wurde von Dr. Heinz besonderes Augenmerk auf die langfristigen Folgen einer unzureichenden Blutdruckeinstellung Wert gelegt. Ein langjährig unbehandelter Bluthochdruck stellt einen der wichtigsten Risikofaktoren für zahlreiche schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche, Schlaganfall, Gefäßerweiterungen („Aneurysmen“), Nierenerkrankungen etc. dar. Durch eine rechtzeitige Normalisierung des Blutdrucks lässt sich die Gefahr dieser Gesundheitsstörungen deutlich reduzieren.

Die Behandlung des hohen Blutdrucks beruht im Wesentlichen auf 2 Säulen:

Allgemeinmaßnahmen, die der Patient selbst durchführen kann:

Hier ist an erster Stelle eine Gewichtsreduktion zu nennen; aber auch andere Maßnahmen wie ein (möglichst weit reichender) Verzicht auf Kochsalz (andere Gewürze dürfen beim Kochen beliebig verwendet werden), Ausdauersport, Reduktion des Alkoholkonsums oder Stress-Verminderung führen zu einer günstigen Beeinflussung des Blutdrucks.

Medikamente:

Auf dem deutschen Arzneimittelmarkt sind derzeit etwa 150 Präparate zur Blutdrucksenkung zugelassen. Die Auswahl des Medikamentes (bzw. – wenn ein einzelnes Präparat nicht ausreicht, um den gewünschten Zielblutdruck zu erreichen – einer geeigneten Kombination von Medikamenten) muss durch den Arzt erfolgen und wird im Wesentlichen von Begleiterkrankungen des Patienten bestimmt.

Im Verlauf der Veranstaltung wurden auch zahlreiche Fragen, die von Patienten in der täglichen Praxis häufig gestellt werden, angesprochen. So wurde beispielsweise die korrekte Durchführung von Blutdruckmessungen demonstriert. Da Blutdruckwerte normalerweise sehr rasch und auch sehr stark schwanken können, ist es aus einem einzelnen Messwert unmöglich, zu entscheiden, ob ein normaler, ein zu niedriger oder ein zu hoher Blutdruck vorliegt. Diesem Problem wird in der Praxis Rechnung getragen, indem man den durchschnittlichen Blutdruck ermittelt. Bei fast allen Patienten (über alle Altersgruppen hinweg!) wird ein mittlerer Blutdruck unter 140/90 mmHg als akzeptabel angesehen. Dies ist insbesondere unter dem Aspekt bedeutsam, dass Patienten durch momentan überhöhte Blutdruckwerte, die sich bei Selbstmessungen ergeben können, häufig sehr verunsichert sind.

Den Überblick behalten

Die Menschen werden immer älter und haben immer mehr chronische Erkrankungen. Damit steigt auch die Anzahl der verordneten Medikamente. Viele davon sind wirklich notwendig. Aber es kommt immer wieder vor, dass zu viele Arzneien verordnet und genommen werden.

Multimedikation hat viele Ursachen. Medikamente, die nicht mehr benötigt werden, werden nicht abgesetzt. Oder Nebenwirkungen werden wiederum mit Tabletten behandelt. Leichtere Beschwerden, die sich von alleine wieder geben, werden aufgrund falscher Erwartungen mit Medikamenten behandelt. Wenn mehrere Ärzte an der Behandlung beteiligt sind, kann es zu Informationsverlusten kommen – und damit auch zum Einsatz ungeeigneter Arzneimittel. Oder der Hausarzt wird nicht über Präparate informiert, die rezeptfrei in der Apotheke gekauft wurden.
Die entstehenden Probleme sind vielfältig: Je mehr Tabletten genommen werden, umso häufiger kommt es zu Einnahmefehlern, Nebenwirkungen und gefährlichen Wechselwirkungen.

Ein fester Ansprechpartner hilft den Überblick zu behalten

Suchen Sie sich einen Hausarzt, dem Sie vertrauen und der ab sofort für alle Medikamente verantwortlich ist. Mit ihm besprechen Sie jedes weitere Vorgehen. Aber ohne Rücksprache mit ihm ändern Sie nichts an Ihrem Medikationsplan.
Für das Gespräch mit Ihrem Arzt notieren Sie sich alle Medikamente, die Sie einnehmen, auch solche, die Sie ohne Rezept in der Apotheke oder Drogerie einkaufen. Auch vermeintlich harmlose Vitamine können gefährliche Wechselwirkungen mit Medikamenten eingehen. Auch Augentropfen, Hautsalben oder Sprays gehören auf diesen Plan. Gehen Sie in regelmäßigen Abständen diese Liste mit Ihrem Hausarzt durch. Brauchen Sie denn wirklich alles, was auf Ihrer Liste steht?
Sie sollten sich auch mit Ihrem Hausarzt beraten, ob Medikamente immer die beste Wahl sind: Viele Beschwerden lassen sich durch andere Maßnahmen besser lindern. Angemessene Bewegung oder eine an Ihre Gesundheit angepasste Ernährung – oft helfen schon kleine Veränderungen. Fragen Sie aktiv nach!

Eine gute Zusammenfassung haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer  veröffentlicht, wie Sie als Patient mit dem Thema Multimedikation umgehen können. Hier finden Sie wertvolle Informationen. Vielleicht drucken Sie sich dieses Dokument aus und nehmen es zu Ihrem nächsten Arztbesuch mit.

Die Schilddrüse in der Frauenheilkunde - Hashimoto-Thyreoiditis

Die Schilddrüse ist ein kleines, fast unscheinbares Organ an der Vorderseite des Halses, für gesunde Körperfunktionen ist sie aber unverzichtbar. Eingebettet in ein genau ausgeklügeltes Regelwerk verschiedenster Hormone wird sie auch durch Sexualhormone reguliert und hat auch Einfluß auf Sexualität und den Verlauf einer Schwangerschaft.

Die Frauenärztin Dr. Faust-Albrecht aus Unterhaching stellt Ihnen anschaulich und kurzweilig dieses wichtige Organ aus gynäkologischer Sicht vor und erklärt anhand eines weit verbreiteten Krankheitsbildes, dem Morbus Hashimoto, Folgen von Schilddrüsenüberfunktion und -Unterfunktion.

Dieser Vortrag ist wie immer kostenfrei, um Voranmeldung bei der VHS Unterhaching e.V. wird aber gebeten.

Wann: Donnerstag, der 03.05.2018 um 19:30 bis 21:00 Uhr.

Wo: Ortszentrum, Hofmarkweg 7, vhs-Raum 3

Entzündungen der Bindehaut

Der Einsatz von Antibiotika muss sorgfältig und bedacht durchgeführt werden. Auch am Auge können bei unsachgemäßer Anwendung Resistenzen entstehen, die zu schweren Komplikationen führen.

Auch bei einfachen Bindehautentzündungen gilt es diesen Grundsatz zu beachten. Bei Bindehautentzündungen werden oft antibiotische Augentropfen verschrieben. Aber oftmals sind sie gar nicht wirksam, denn Antibiotika wirken nur bei Bakterien. Meist wird die Konjunktivitis, wie Ärzte die Erkrankung nennen, aber durch Viren ausgelöst. Häufig tritt die Bindehautentzündung gemeinsam mit einer Erkältung auf. Die Inkubationszeit beträgt 7 bis 14 Tage. Dann beginnen die Augen sich zu röten, zu tränen, manchmal wird Sekret abgesondert. Typisch ist auch ein Fremdkörpergefühl. Die Bindehautentzündung geht nach etwa einer Woche wieder von alleine zurück. Oft bleibt das Auge noch für einige Wochen danach ein wenig gereizt und die Augen fühlen sich unangehm an.

Welche Hausmittel helfen?

Reinigen Sie ein- bis zweimal am Tag Ihre Augen mit lauwarmem, abgekochten Wasser und einem Wattepad. Tränenersatzmittel mit Dexpanthenol oder Hyaluronsäure mehrmals am Tag helfen die unangenehmen Symptome zu lindern.
Auf keinen Fall sollten Sie Umschläge mit Kamille machen – das führt häufig zu zusätzlichen Reizungen. Kontraproduktiv sind Augentropfen, die das Auge weiß machen: Sie hemmen die Durchblutung der Bindehaut und behindern damit die körpereigene Immunabwehr!

Wann doch zum Augenarzt?

Selten gibt es eine „Epi“ – eine Keratitis epidemica. Sie ist sehr schmerzhaft, geht mit ausgepägtem Krankheitsgefühl und Sehverschlechterung einher. Die Augen sind düsterrot und verquollen. Die Erholungszeit dauert mehrere Wochen. Da die „Epi“ ausserdem hochansteckend ist, sollten Sie während dieser Zeit krankgeschrieben werden. Diesen Virus kann man in der Tränenflüssigkeit rasch nachweisen und dementsprechend handeln.
Bei Kontaktlinsenträgern ist bei einem roten, schmerzhaften und blendempfindlichen Auge auch an eine Hornhautentzündung zu denken. Eine Keratitis braucht rasch spezielle Behandlung, sonst drohen dauerhafte Hornhauttrübungen.

Grüner Star - Leben mit Glaukom

Das Glaukom ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Unerkannt und unbehandelt kann es zu schweren Sehstörungen führen. Im aktuellen Vortrag des Ärztenetzes Unterhaching gemeinsam mit der VHS Unterhaching geht es um grundsätzliche Fragen zum grünen Star: Wie kann man ihn erkennen, welche Untersuchungen sind dazu notwendig? Wie kann er effektiv behandelt werden, wann kommen Augentropfen und Laserbehandlungen in Frage, für wen sind Operationen sinnvoll? Wie sind die Erfolgsaussichten? Warum muss der Hausarzt in die Therapieplanung einbezogen werden und was können Betroffenen im Alltag selbst unternehmen, um die Erkrankung günstig zu beeinflussen?

Ihre Fragen sind herzlich willkommen. Der Vortrag ist wie immer kostenlos, aber um Voranmeldung bei der VHS wird gebeten.
Referentin: Dr. Katja Höhne
Wann: 02.02.2017 um 19:00 bis 20:30 Uhr
Wo: VHS Unterhaching, Ortsmitte, Hofmarkweg 7, VHS Raum 3

Hormonabbau und Lebensstil

Hormonelle Beschwerden im Klimakterium oder unerfüllter Kinderwunsch – oft sind es Dysbalancen der verschiedenen Sexual-Hormone, die durch unseren modernen Lebensstil mit zuviel Stress und zu wenig aktiver Entspannung, ungesunder Ernährung und zu wenig Bewegung entstehen. Die Frauenärztin Frau Dr. Faust-Albrecht weiß aus Ihrer täglichen Praxis genau um diese Zusammenhänge und wird Ihnen in ihrem interessanten Vortrag eine Einführung in dieses komplexe Thema geben.
Um welche Hormone geht es denn eigentlich, welche Aufgaben übernehmen Östrogen und Gestagen, Testosteron und Kortisol? Wie werden sie gebildet und wie wirken sie? Was passiert, wenn durch Rauchen, Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck auch das Hormonsystem durcheinandergerät?

Hormone werden durch den Lebensstil maßgeblich beeinflußt

Frau Dr. Faust-Albrecht, Frauenärztin und Mitglied im Ärztenetz Unterhaching wird Ihnen zeigen, wie mit einfachen Lebensstilmaßnahmen Betroffene selbst zu einem gesunden hormonellen Gleichgewicht beitragen und viele Beschwerden lindern können. Sie wird aufzeigen, warum regelmäßige Bewegung dabei so hilfreich ist. Auch eine gesunde Ernährung unterstützt die Normalisierung des hormonellen Systems. Und es wird auch erläutert, aus welchen Gründen Entspannungsübungen das Hormonsystem wieder ins rechte Lot bringen.

Dieser Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe Prävention, die gemeinsam mit dem Ärztenetz Unterhaching und der VHS Unterhaching gehalten wird.
Der Vortrag ist wie immer kostenlos, zu besseren Planung bitten wir aber um Voranmeldung bei der VHS.

Thema: Beeinflussung des Hormonabbaus durch Lifestyle- und Umweltfaktoren
Referentin: Dr. H. Faust-Albrecht, Gynäkologin in Unterhaching
Ort: Ortszentrum, Hofmarkweg 7, vhs-Raum 3
Zeit: Donnerstag, 16. März von 19.00 bis 20.30 Uhr

Impfen gegen Masern

In diesem Jahr hat es einen alarmierenden Anstieg von Maserninfektionen gegeben. Obwohl die Masern als Kinderkrankheit bezeichnet werden, sind es jetzt vor allem Erwachsene, die sich anstecken. Masern werden durch Viren im direkten Kontakt oder durch Tröpfcheninfektion ausgelöst. Fast jeder, der mit Masern-Viren in Kontakt kommt, erkrankt. Von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen vergehen 10 Tage. Vier Tage vor Ausbruch der Masern ist der Betroffene schon für andere ansteckend. Zunächst kommt es zu einem unspezifischen Prodromalstadium mit Fieber und Abgeschlagenheit, bis nach einigen Tagen dann die typischen Hautveränderungen, das sogenannte Masern-Exanthem, auftreten.

Warum sind Masern gefährlich?

Masern heilen in einem Drittel der Fälle folgenlos aus und hinterlassen eine lebenslange Immunität. Aber in 30% der Fälle haben die Erkrankten mit ernsthaften Komplikationen zu kämpfen: zum Beispiel mit Lungenentzündungen oder mit schweren Durchfällen. Die gefürchtete Hirnhautentzündung zieht häufig ernsthafte Spätfolgen nach sich. Laut Robert-Koch-Institut verlaufen die Masern bei einem von tausend Patienten tödlich. Neuere Daten weisen darauf hin, dass nach einer Maserninfektion das Immunsystem längere Zeit geschwächt ist und damit auch die körpereigene Abwehr für andere Erkrankungen gemindert ist.

Impfen führt zu lebenslangem Schutz

Die Masern lassen sich nicht ursächlich behandeln. Schützen kann man sich nur durch eine Impfung mit abgeschwächten Masernviren. Dadurch werden Antikörper gegen Masern-Viren gebildet. Dieser Impfschutz besteht dann lebenslang.
Neugeborene haben in den ersten Lebensmonaten einen sogenannten Nestschutz – von der Mutter bekommen sie kurz vor der Geburt Antikörper mit auf den Weg. Aber erst zu Beginn des zweiten Lebensjahres ist das Immunsystem soweit, das eine Impfung sinnvoll ist. In dieser Zeit sind Kinder anfällig für das Virus.
Es gibt auch Menschen, die angeborene oder erworbene Defekte des Immunsystems haben – sie können nicht geimpft werden und sind deshalb besonders gefährdet.
Die Impfung geht schnell, einfach, zuverlässig. Eine Rötung an der Einstichstelle oder ein abgeschlagenes Gefühl in den Tagen nach der Impfung sind Zeichen dafür, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt und Antikörper bildet. Ernsthafte Komplikationen sind nach einer Masernimpfung sehr viel seltener als bei der Maserninfektion. In großen Studien konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass der Impfstoff ursächlich dafür war. Eine Übersicht über die Häufigkeit der Komplikationen finden sie z.B. bei der KBV.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung empfiehlt die Impfung „prinzipiell allen, die nach 1970 geboren wurden und bisher nicht geimpft sind, bisher nur einmal gegen Masern geimpft wurden oder die nicht genau wissen, ob sie bereits geimpft wurden“.

Eine hohe Impfquote schützt auch die, die nicht geimpft werden können

Durch eine einmalige Impfung bekommen 95% aller Geimpften einen ausreichenden Schutz. Bei einer Wiederholungsimpfung haben dann 99% ausreichend Antikörper gebildet. Dann sind auch automatisch die Menschen geschützt, die keine Antikörper haben – entweder weil sie zu krank oder zu jung sind, um geimpft zu werden.
Sich impfen zu lassen, bedeutet also nicht nur Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, sondern auch für die der Schwächsten unter uns.

Wenn Sie sich fragen, ob Ihr Impfschutz oder der Ihres Kindes ausreichend ist, wenden Sie sich bitte an Ihren Haus- oder Kinderarzt. Er wird Sie individuell beraten und – wenn notwendig – die Impfung durchführen.