Migräne Radar 2.0

Migräne und Spannungskopfschmerzen zählen zu den Volkskrankheiten. Zahlreiche Auslöser werden vermutet, aber bisher fehlen wissenschaftlich fundierte Daten. Das liegt zum einem daran, dass viele Studien nur vergleichsweise wenig Probanden einschließen können und diese Daten regional begrenzt sind.

Screenshot Migräne Radar 2.0Die Idee zum Migräne Radar 2.0 hatte die Hochschule Hof. Was wäre, wenn viele Menschen im gesamten deutschsprachigen Raum ihr Kopfschmerztagebuch online führen und Wissenschaftlern zur Verfügung stellen? Ähnliche Projekte, wo Bürger Daten sammeln und Wissenschaftlern zur Auswertung überlassen, gibt es in der Biologie oder Astronomie schon lange. Nun also auch in der Medizin.
Seit Juni 2015 ist das Migräne Radar 2.0 online. Ins Leben gerufen wurde es von der Hochschule Hof. Projektpartner sind die Universität Rostock und die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königsstein. Finanziell wird das Projekt von der Bayerischen Sparkassenstiftung unterstützt.
Das Registrieren geht schnell, und man darf natürlich anonym bleiben. Es wird ein Kopfschmerzfragebogen ausgefüllt, der den Studienleitern grob erlaubt zu unterscheiden, welcher Kopfschmerztyp – Migräne oder Spannungskopfschmerz – wahrscheinlich vorliegt. Dann kann man seine Schmerzdaten eingeben. Das geht schnell und intuitiv. Gefragt werden unter anderem Datum und Uhrzeit, Dauer und Stärke der Kopfschmerzen. Für den Herbst ist eine mobile App geplant.
Ziel des Migräne Radars 2.0 ist es, neue Zusammenhänge zu erkennen oder zu widerlegen: Ist Migräne tatsächlich häufiger bei Föhn oder Wetterwechsel, am Wochenende oder im Weihnachtsstress? Wie sind die Altersgruppen verteilt, gibt es geschlechtsspezifische Muster? Haben Änderungen des Erdmagnetfeldes was damit zu tun? Was hilft kopfschmerzgeplagten Menschen besonders gut?
Der Migräne Radar 2.0 will möglichst genaue Zahlen erheben und baut auf die rege Teilnahme vieler Betroffener, die regelmäßig ihre Eintragungen machen. Die Teilnehmer bekommen eine Auswertung ihrer persönlichen Daten. Die systematische Auswertung wird in Fachzeitschriften publiziert und dann auch allen Ärzten, die Kopfschmerzen behandeln, zur Verfügung stehen.
Ich bin jedenfalls sehr auf die Ergebnisse gespannt und wünsche dem Projekt viel Erfolg!