Impfen gegen Masern

Die Masern sind eine gefährliche Erkrankung, die nicht nur Kinder betrifft. Impfen verhindert ernste Spätfolgen.

In diesem Jahr hat es einen alarmierenden Anstieg von Maserninfektionen gegeben. Obwohl die Masern als Kinderkrankheit bezeichnet werden, sind es jetzt vor allem Erwachsene, die sich anstecken. Masern werden durch Viren im direkten Kontakt oder durch Tröpfcheninfektion ausgelöst. Fast jeder, der mit Masern-Viren in Kontakt kommt, erkrankt. Von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen vergehen 10 Tage. Vier Tage vor Ausbruch der Masern ist der Betroffene schon für andere ansteckend. Zunächst kommt es zu einem unspezifischen Prodromalstadium mit Fieber und Abgeschlagenheit, bis nach einigen Tagen dann die typischen Hautveränderungen, das sogenannte Masern-Exanthem, auftreten.

Warum sind Masern gefährlich?

Masern heilen in einem Drittel der Fälle folgenlos aus und hinterlassen eine lebenslange Immunität. Aber in 30% der Fälle haben die Erkrankten mit ernsthaften Komplikationen zu kämpfen: zum Beispiel mit Lungenentzündungen oder mit schweren Durchfällen. Die gefürchtete Hirnhautentzündung zieht häufig ernsthafte Spätfolgen nach sich. Laut Robert-Koch-Institut verlaufen die Masern bei einem von tausend Patienten tödlich. Neuere Daten weisen darauf hin, dass nach einer Maserninfektion das Immunsystem längere Zeit geschwächt ist und damit auch die körpereigene Abwehr für andere Erkrankungen gemindert ist.

Impfen führt zu lebenslangem Schutz

Die Masern lassen sich nicht ursächlich behandeln. Schützen kann man sich nur durch eine Impfung mit abgeschwächten Masernviren. Dadurch werden Antikörper gegen Masern-Viren gebildet. Dieser Impfschutz besteht dann lebenslang.
Neugeborene haben in den ersten Lebensmonaten einen sogenannten Nestschutz – von der Mutter bekommen sie kurz vor der Geburt Antikörper mit auf den Weg. Aber erst zu Beginn des zweiten Lebensjahres ist das Immunsystem soweit, das eine Impfung sinnvoll ist. In dieser Zeit sind Kinder anfällig für das Virus.
Es gibt auch Menschen, die angeborene oder erworbene Defekte des Immunsystems haben – sie können nicht geimpft werden und sind deshalb besonders gefährdet.
Die Impfung geht schnell, einfach, zuverlässig. Eine Rötung an der Einstichstelle oder ein abgeschlagenes Gefühl in den Tagen nach der Impfung sind Zeichen dafür, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt und Antikörper bildet. Ernsthafte Komplikationen sind nach einer Masernimpfung sehr viel seltener als bei der Maserninfektion. In großen Studien konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass der Impfstoff ursächlich dafür war. Eine Übersicht über die Häufigkeit der Komplikationen finden sie z.B. bei der KBV.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung empfiehlt die Impfung „prinzipiell allen, die nach 1970 geboren wurden und bisher nicht geimpft sind, bisher nur einmal gegen Masern geimpft wurden oder die nicht genau wissen, ob sie bereits geimpft wurden“.

Eine hohe Impfquote schützt auch die, die nicht geimpft werden können

Durch eine einmalige Impfung bekommen 95% aller Geimpften einen ausreichenden Schutz. Bei einer Wiederholungsimpfung haben dann 99% ausreichend Antikörper gebildet. Dann sind auch automatisch die Menschen geschützt, die keine Antikörper haben – entweder weil sie zu krank oder zu jung sind, um geimpft zu werden.
Sich impfen zu lassen, bedeutet also nicht nur Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, sondern auch für die der Schwächsten unter uns.

Wenn Sie sich fragen, ob Ihr Impfschutz oder der Ihres Kindes ausreichend ist, wenden Sie sich bitte an Ihren Haus- oder Kinderarzt. Er wird Sie individuell beraten und – wenn notwendig – die Impfung durchführen.