Augenmigräne

Augenmigräne ist ein häufiges Phänomen

Viele Menschen kennen das – es flimmert und flackert vor den Augen. Das Sehen erscheint wie durch ein Kaleidoskop oder wie durch eine Wasserblase. Manche Betroffene beschreiben das Sehen „wie verpixelt“. Da, wo man hinschauen möchte, erkennt man die Dinge nur unscharf. Es kommt unvermittelt und plötzlich. Nach etwa einer halben Stunde ist der Spuk vorbei.
Für dieses Phänomen gibt es viele Namen – Augenmigräne, visuelle Aura, Flimmerskotome.
Es handelt sich um ein harmloses Geschehen. Tatsächlich haben die merkwürdig farbigen, verschwommenen und manchmal gezackten visuellen Eindrücke viele Maler wie van Gogh inspiriert. Oliver Sacks, ein amerikaner Neurologe, vermutete, dass diese Sehstörungen der Ursprung für viele gemalte, gezeichnete oder gewebte Muster waren – denn wo in der Natur kommen sonst solche Muster vor?
Ursächlich für diese Art der Sehstörungen sind biochemische und elektrische Veränderungen in dem Bereich der Großhirnrinde, der für unser Sehen zuständig ist. Diese Veränderungen sind reversibel, das bedeutet, dass sie sich innerhalb kurzer Zeit (20-60 Minuten) zurückbilden. Manchmal kommen Kopfschmerzen dazu, Übelkeit, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit – Symptome, die an eine klassische Migräne denken lassen.
In der akuten Situation können sie gegen die Sehstörungen nichts tun – machen Sie eine Pause, warten Sie ab. Gegen die Kopfschmerzen helfen Schmerzmittel.

Wenn diese Beschwerden nach dem 40. Lebensjahr erstmalig auftreten, sollte ein Augenarzt und/oder Neurologe andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen, ausschließen. Dazu gehört ein Sehtest, eine Gesichtsfelduntersuchung und die Untersuchung der Netzhaut bei erweiterter Pupille.