Kategorie Archiv Kardiologie

Bluthochdruck

Am 7. Mai 2015 fand die zweite Veranstaltung im Rahmen der Kooperation zwischen dem Ärztenetz und der Volkshochschule Unterhaching statt. 21 Teilnehmer wohnten dem Vortrag des ortsansässigen Kardiologen Dr. Michael Heinz zu dem Thema „Bluthochdruck – Was kann man tun? Was muss man tun?“ bei.

Neben Grundlagen zum aktuellen Verständnis des hohen Blutdrucks wurde von Dr. Heinz besonderes Augenmerk auf die langfristigen Folgen einer unzureichenden Blutdruckeinstellung Wert gelegt. Ein langjährig unbehandelter Bluthochdruck stellt einen der wichtigsten Risikofaktoren für zahlreiche schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche, Schlaganfall, Gefäßerweiterungen („Aneurysmen“), Nierenerkrankungen etc. dar. Durch eine rechtzeitige Normalisierung des Blutdrucks lässt sich die Gefahr dieser Gesundheitsstörungen deutlich reduzieren.

Die Behandlung des hohen Blutdrucks beruht im Wesentlichen auf 2 Säulen:

Allgemeinmaßnahmen, die der Patient selbst durchführen kann:

Hier ist an erster Stelle eine Gewichtsreduktion zu nennen; aber auch andere Maßnahmen wie ein (möglichst weit reichender) Verzicht auf Kochsalz (andere Gewürze dürfen beim Kochen beliebig verwendet werden), Ausdauersport, Reduktion des Alkoholkonsums oder Stress-Verminderung führen zu einer günstigen Beeinflussung des Blutdrucks.

Medikamente:

Auf dem deutschen Arzneimittelmarkt sind derzeit etwa 150 Präparate zur Blutdrucksenkung zugelassen. Die Auswahl des Medikamentes (bzw. – wenn ein einzelnes Präparat nicht ausreicht, um den gewünschten Zielblutdruck zu erreichen – einer geeigneten Kombination von Medikamenten) muss durch den Arzt erfolgen und wird im Wesentlichen von Begleiterkrankungen des Patienten bestimmt.

Im Verlauf der Veranstaltung wurden auch zahlreiche Fragen, die von Patienten in der täglichen Praxis häufig gestellt werden, angesprochen. So wurde beispielsweise die korrekte Durchführung von Blutdruckmessungen demonstriert. Da Blutdruckwerte normalerweise sehr rasch und auch sehr stark schwanken können, ist es aus einem einzelnen Messwert unmöglich, zu entscheiden, ob ein normaler, ein zu niedriger oder ein zu hoher Blutdruck vorliegt. Diesem Problem wird in der Praxis Rechnung getragen, indem man den durchschnittlichen Blutdruck ermittelt. Bei fast allen Patienten (über alle Altersgruppen hinweg!) wird ein mittlerer Blutdruck unter 140/90 mmHg als akzeptabel angesehen. Dies ist insbesondere unter dem Aspekt bedeutsam, dass Patienten durch momentan überhöhte Blutdruckwerte, die sich bei Selbstmessungen ergeben können, häufig sehr verunsichert sind.

Was ist eigentlich Kardiologie?

In der Regel wird die Kardiologie in verschiedene Teilbereiche aufgeteilt:
– Erkrankungen der Herzkranzgefäße
– Erkrankungen der Herzklappen
– Herzrhythmusstörungen
– Erkrankungen des Herzmuskels
– Bluthochdruck
– angeborene Herzkrankheiten

In den westlichen Ländern stellen die Erkrankungen der Herzkranzgefäße mit großem Abstand das wichtigste Arbeitsfeld der Kardiologen dar. In der Regel äußern sich diese Erkrankungen mit Angina pectoris oder – im Extremfall – einem Herzinfarkt.